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Gewitterstimmung - und die Rettung toter RAW-Dateien

Schwarze Gewitterfront von vorn ... und eine ebensolche von hinten, dazwischen von den "letzten Sonnenstrahlen vor dem Weltuntergang" hell beleuchtete weiße Segelboote - eines meiner Lieblingsbilder.

Gewitterstimmung
Gewitterstimmung am Lac du Der

Um so schlimmer, als ich eines Tages feststellte, daß sich die Original-RAW-Datei nicht mehr öffnen ließ. Und ich fand weitere zwei ebenso defekte Files in meinem Archiv vor.

Was war passiert?

Dieses und die anderen beiden Bilder ließen sich

  • in xnview (Bildbetrachter) und Nikon ViewNX (RAW-Konverter) in allen Größen anschauen und öffnen. In ViewNX konnte ich aber NICHT z. B. die Belichtungseinstellung ändern oder die Datei konvertieren/exportieren, es kam die Meldung „Nicht unterstützter Dateityp“. Die 100 % Ansicht dagegen funktionierte.
  • RawTherapee zeigte in der Dateiverwaltung das Bild an, weigerte sich aber mit einer Fehlermeldung, die Datei „zum Entwickeln“ zu öffnen.
  • Darktable schien sich aufzuhängen, das hab ich jedenfalls nach einigen Minuten abgebrochen.

Daraus ergaben sich für mich die Fragen:

  • ist da noch was zu retten?
  • Wie kann ich rauskriegen, ob da nur einzelne Bits gekippt sind oder ob "großflächig" Informationen verlorengegangen sind?
  • Falls nur Bits - gibt's da 'n sinnvollen Editor, mit dem man das ggf. wieder richten könnte?

Die beiden letzten Fragen haben sich dann erübrigt, mit Hilfe der Kollegen im Nikon-Fotografie-Forum konnte ich dann rausfinden, daß die RAW-Dateien trunkiert, d.h. am Ende "abgeschnitten" waren, z.B. nach einer unvollständigen Copy-Operation. Und tatsächlich hatte ich das Archiv auf einen anderen Rechner verschoben, leider die Zweitkopie erst danach angefertigt :-( .

Und einer der "Mitstreiter" dort im Nikon-Foto-Forum hat mir dann mit diesen Terminal-Befehlen weitergeholfen, die er am MAC ausprobiert hatte:

$ cd Desktop/
$ dd bs=1048576 count=10 if=/dev/zero of=null.bin
$ cat Ni110255_broken-file.NEF null.bin > Ni110255_repaired-file.NEF
$ rm null.bin

unter der Annahme, dass die kaputte Datei Ni110255_broken-file.NEF heisst, auf dem Desktop liegt und nicht mehr als 10 MB fehlen.
Die Befehle führen durch:

  1. Zeile - klar, ins Verzeichnis wechseln
  2. Zeile - erzeugt ein 10MB-File (voller Nullen)
  3. Zeile - hängt das kaputte und das erzeugte File aneinander
  4. Zeile - löscht das 10MB-File wieder

Anschliessend wird der Adobe DNG Converter (kostenlos bei Adobe.com erhältlich) gestartet:

Ni110255_broken-file.dng, Status: There was an unexpected end of file error
Ni110255_repaired-file.dng, Status: Converted

d. h. der DNG-Konverter ist nicht in der Lage, das ursprüngliche defekte File zu konvertieren und meldet, daß das File "zu früh endet".
Die Datei Ni110255_repaired-file.dng hingegen wird erzeugt und kann in allen Programmen, die DNGs kennen, geöffnet werden, u.a. Lightroom und Photoshop, selbstverständlich auch darktable, rawtherapee und dgln. Unten ist ein schwarzer Streifen zu sehen.

Nun habe ich keinen Mac ... aber Linux versteht "Mac-isch", und so konnte ich die Methode nachvollziehen und mittels der Befehle alle drei gefundenen Files "behandeln" und danach wieder in darktable mit den Files arbeiten, sie sind alle um 10MB größer geworden.

Das oben gezeigte Bild war dabei das harmloseste, fehlen nur ein paar Zeilen unten.

File repaired
Korruptes File Nr. 2 nach Anwendung der Terminalbefehle
Die anderen beiden sind schlimmer, fehlt das untere Drittel bzw. die beiden unteren Drittel, bei letzterem ist auch mit einem Ausschnitt nix mehr zu wollen ...
File 2 beschnitten
repariertes File nach Beschnitt, "Restmotiv"

Aber was macht jetzt der dng-Konverter?
Der schneidet die Files wieder zurecht auf die ursprüngliche Dateigröße und behebt so mögliche Inkonsistenzen. Weil der nicht für Linux verfügbar ist, mußte ich ihn in einer virtuellen Maschine ausführen:
Die Dateigröße der 3 Files änderte sich wiederum, es entstand alles zwischen 5 (für das Bild, bei dem nur oben ein Streifen überhaupt übrig ist) und 25MB (für das eingangs gezeigte Beispiel) für die 12MP-Files.
Offenbar wird auch das Vorschau-JPG neu erstellt. Jedenfalls zeigt jetzt ein einfacher Betrachter wie xnview die Bilder ebenfalls so an, wie das RAW aussieht, also auch die fehlenden Bereiche als solche (schwarze Flächen).

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