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Digitalisierung für Archivzwecke?

Der Historiker Dirk Alt weist in einem Inverview mit dem Deutschlandradio darauf hin, daß die Frage der Langzeitarchivierung von Mediendaten bis heute nicht sicher geklärt ist - wenn es um digitale Formate geht.

Seiner Ansicht nach taugt die Digitalisierung nur dazu, analoge Originale zu vervielfältigen (auf Datenträger oder online) und damit einer breiteren Anzahl von Benutzern zugänglich zu machen, ungeachtet dessen müsse aber immer eine analoge Kopie archiviert bleiben. (...)

Er kritisiert damit ausdrücklich ein Gutachten der Filmförderungsanstalt (FFA) mit dem Stichwort "Rettung des bedrohten Filmerbes", in dem vorgeschlagen wird, das analoge Original nach der Digitalisierung zu entsorgen.

Warum berichte ich hier darüber?

Nun, das Thema ist auch für uns Fotografen relevant. Meine ersten Gedanken dazu habe ich 2005 in einer Gegenüberstellung Analog-/Digitalfotografie zusammengefaßt, ferner hat der Deutschlandfunk 2009 in seinem Beitrag "Wider den Gedächtnisschwund" über die Problematik der Langzeithaltbarkeit digitaler Daten berichtet.

Ich habe für mich in den letzten 15 Jahren, in denen ich mich mit Digitalisierung analogen Materials beschäftige, festgestellt, * daß die eigentliche Scan-Hardware vor 15 Jahren hinsichtlich Dynamikumfang schon so gut war, daß sie nicht mehr als begrenzender Faktor zu sehen war * die Detailauflösung durch Effekte wie das sog. "grain-aliasing" (Grundlagenartikel) / Praxisbeispiele bei Norman Koren begrenzt wird. Hier hilft nur viel mehr Auflösung (und das bedeutet deutlich größere Dateien) - und hier ist im Bereich der Desktop-Scanner nicht mehr so viel passiert, höchste verbaute nominelle Auflösungen waren 4000dpi von Nikon und 5400dpi von Minolta. Immerhin erreicht der Nikon-Scanner (Coolscan 5000) im Test auch tatsächliche Auflösungen, die die nominelle nur knapp verfehlen.

Trotzdem sind meine Ergebnisse heute besser als damals. Das hat verschiedene Ursachen:

  • Ich konnte meine Computer-Ausrüstung immer mehr verbessern: mehr Rechenleistung, mehr Speicherplatz. Damit wachsen die Möglichkeiten
  • mein Know-how stetig zu verbessern - es ist leichter, Erfahrungen mit unterschiedlichen Einstellungen zu sammeln, wenn man nicht minutenlang auf das Ergebnis warten muß
  • und nicht zuletzt bewirkte der Vormarsch der RAW-Workflows im Bereich der Digitalfotografie (Nicht-destruktive Bildbearbeitung) einen nochmaligen "technologischen Umbruch".

Fazit: die Ergebnisse der Scans, die ich heute erstelle, sind deutlich besser, als sie es vor 15 Jahren waren - aus denselben Filmstreifen. Hätte ich sie damals gleich entsorgt ... ich möchte gar nicht dran denken ...

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